Geschichte der Germanistikkonferenz

Die in Russland seit 30 Jahren etablierte Germanistikkonferenz geht ursprünglich auf eine Initiative der „Bilateralen Germanistikkommission UdSSR/DDR“ zurück. Seit 1993 führt der DAAD diese Tradition fort und versammelt jährlich – zumeist Ende Mai – Germanisten aus allen Regionen Russlands zu einem Fachgespräch. Traditionell bilden Fragen der Sprachlehr- und Sprachlernforschung sowie Aspekte der Hochschul- und Bildungspolitik den fachlichen Mittelpunkt. Durch den ständigen Wechsel der Standorte bemüht sich der DAAD, möglichst viele Regionen Russlands mit der Konferenz zu erreichen. Von Anfang an wurden auch deutsche Fachwissenschaftler eingeladen, um den Austausch zwischen sog. Auslands- und Inlandsgermanistik zu befördern.

Einladung zur XXXVII. Germanistikkonferenz des DAAD am 27. Mai 2021 (online)

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir freuen uns, Ihnen die XXXVII. Germanistikkonferenz des DAAD in Russland ankündigen zu dürfen, die am 27. Mai 2021 (11:00-21:00  MSK, alle Links zur Veranstaltung sind hier ) online stattfinden wird.

Wir schreiben die Konferenz zu demselben Thema aus, für das wir uns schon 2020 entschieden hatten, und zwar

 „Deutschsprachige Texte: Produktion und Erschließung“.

Wir holen also die 2020 ausgefallene Konferenz zum selben Thema und am selben Ort nach. Das bedeutet auch, dass Sie sich gern mit einem neuen Thema bewerben können aber auch mit Ihrem alten Exposé aus dem Vorjahr.

 Wir planen die Konferenz im Präsenzmodus und hoffen, dass wir uns tatsächlich alle wiedersehen können. Sollte eine fortgesetzte Pandemie dies nicht zulassen, werden wir in Abstimmung mit dem Veranstaltungspartner, der Staatlichen Universität Tyumen uns bemühen, eine Online-Alternative zu ermöglichen.

Die digitale Medienrevolution hat unbestreitbar unseren Alltag verändert. Leicht übersehen wird dabei aber, dass es Texte bleiben, die zum Zwecke der Information, des Überzeugens, der Abwicklung von Arbeitsabläufen, der zwischenmenschlichen Kommunikation oder der ästhetischen Herausforderung eingesetzt werden. Der Textbegriff hat sich dabei verändert: Wurden traditionell die inhaltliche und formale Seite untersucht, steht nun als dritter Aspekt die performative Seite des Texts, seine Präsentation im weitesten Sinne, ebenfalls zur Untersuchung an.

Was philologische Wissenschaften wie die Germanistik vermitteln können, sind hermeneutische Kompetenzen, die die Prozesse von Produktion, formaler Gestaltung und performativer Präsentation erschließen. Für die Germanistik ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass sie auch im Zeitalter der digitalen Revolution ganz zentrale Schlüsselkompetenzen vermittelt und als Teil der philologischen Wissenschaften unverzichtbar bleibt.

Das soll auf der Konferenz an Texten unterschiedlichster Art demonstriert und diskutiert werden.

Davon ausgehend lädt die DAAD-Konferenz 2021 zu einem Erfahrungsaustausch und zu Diskussionen mit dem Ziel ein, Zukunftsvisionen für die russische Germanistik und den studienbegleitenden Deutschunterricht sowie Möglichkeiten deutsch-russischer Wissenschaftskooperationen zu erörtern. Im Umfeld von Plenarvorträgen und Workshops wird das Konferenzthema in vier Sektionen bearbeitet:

  1. Literaturwissenschaftliche Aspekte des Themas,
  2. sprachwissenschaftliche Aspekte des Themas,
  3. Aspekte der Sprach- und Literaturdidaktik,
  4. translationswissenschaftliche Aspekte.

In der Hoffnung auf ein persönliches Kennenlernen oder Wiedersehen online grüßen Sie herzlichst

Dr. Andreas Hoeschen
– Leiter der Außenstelle Moskau –
Prof. Dr. Dirk Kemper
– Konferenzleiter –