Geschichte der Germanistikkonferenz

Die in Russland seit 30 Jahren etablierte Germanistikkonferenz geht ursprünglich auf eine Initiative der „Bilateralen Germanistikkommission UdSSR/DDR“ zurück. Seit 1993 führt der DAAD diese Tradition fort und versammelt jährlich – zumeist Ende Mai – Germanisten aus allen Regionen Russlands zu einem Fachgespräch. Traditionell bilden Fragen der Sprachlehr- und Sprachlernforschung sowie Aspekte der Hochschul- und Bildungspolitik den fachlichen Mittelpunkt. Durch den ständigen Wechsel der Standorte bemüht sich der DAAD, möglichst viele Regionen Russlands mit der Konferenz zu erreichen. Von Anfang an wurden auch deutsche Fachwissenschaftler eingeladen, um den Austausch zwischen sog. Auslands- und Inlandsgermanistik zu befördern. – Seit 2005 werden ausgewählte Ergebnisse der Konferenzen in „Das Wort. Germanistisches Jahrbuch Russland“ veröffentlicht.

Einladung zur XXXVI. Germanistikkonferenz des DAAD vom 15. bis 17. Mai 2019 in Rostov am Don (JUFU)

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

wir freuen uns, Ihnen die XXXVI. Germanistikkonferenz des DAAD in Russland ankündigen zu dürfen, die vom 15. bis 17. Mai 2019 in Rostov am Don an der Südlichen Föderalen Universität (JUFU) stattfinden wird. Das diesjährige Thema lautet:

Germanistik transkulturell

Die Vorstellung von Nationen und Nationalliteraturen mit festen politischen und sprachlichen Grenzen ist relativ jung. Ihre Blütezeit erlebte sie – nach Anfängen um 1800 – eigentlich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Inzwischen wird sie durch die Flucht- und Migrationsbewegungen des 20. und 21. Jahrhunderts einerseits sowie durch die kritische Dekonstruktion alter literaturwissenschaftlicher Positionen andererseits wieder aufgelöst. Für die Literaturwissenschaft folgt daraus, dass die Annahme eines „inter“-Verhältnisses zwischen Kulturen und politisch definierten Kulturräumen („interkulturelle Germanistik“) im strengen Sinne für große Teile der Literaturgeschichte unzutreffend ist. „Transkulturalität“ hingegen betont, dass die deutschsprachige und russische Literatur beispielsweise drei Jahrhunderte intensiven Austausches erlebt haben, das Eigene und das Fremde also historisch vermischt sind. Mit dem Konzept „Germanistik transkulturell“ verändert sich der Fokus auf sprachliche und literarische Zeugnisse, denen oft eine langwährende Geschichte des kulturellen Austausches eingeschrieben ist.

Davon ausgehend lädt die DAAD-Konferenz 2019 zu einem Erfahrungsaustausch und zu Diskussionen mit dem Ziel ein, Zukunftsvisionen für die russische Germanistik und den studienbegleitenden Deutschunterricht sowie Möglichkeiten deutsch-russischer Wissenschaftskooperationen zu erörtern. Im Umfeld von Plenarvorträgen und Workshops wird das Konferenzthema in fünf Sektionen bearbeitet:

  1. Perspektiven der Literaturwissenschaft
  2. Perspektiven der Sprachwissenschaft
  3. Perspektiven der Translationswissenschaft
  4. Perspektiven der Sprach- und Literaturdidaktik
  5. Universität – Diversität: Perspektiven im Themenjahr „deutsch-russische Wissenschafts- und Hochschulkooperation“

Für Ihre Bewerbung verwenden Sie bitte das Formblatt im Anhang. Die Konferenzsprache ist Deutsch. Gewünscht sind keine Vorträge im traditionellen Sinne, sondern Impulsreferate, in denen Sie in 10 Minuten Ihre Position darstellen, die dann Anlass zur weiteren Diskussion bieten soll. Wir bitten Sie, von Power-Point-Präsentationen abzusehen und sich ganz auf einen Dialog einzustellen. Möchten Sie Ihren Kollegen ein Handout zur Verfügung stellen, so bringen Sie dieses bitte in ausreichender Zahl kopiert mit.

Ihre Bewerbungen senden Sie bitte bis einschließlich:

13. Januar 2019

an folgende E-Mail-Adresse: daad-germanistik@mail.ru, versehen mit dem Betreff: Germanistikkonferenz 2019. Bitte verwenden Sie für die Bewerbung das beigefügte Formular (s. unten). Vergessen Sie bitte nicht, Ihr Thema einer Sektion zuzuordnen.

Der DAAD kann die Kosten für Anreise und Unterkunft nur denjenigen Teilnehmern erstatten, die aufgrund ihres eingereichten und von uns ausgewählten Beitrags eine entsprechende Zusage erhalten haben.

In der Hoffnung auf ein persönliches Kennenlernen oder Wiedersehen in Rostov grüßen Sie herzlichst

Dr. Andreas Hoeschen
– Leiter der Außenstelle Moskau –
Prof. Dr. Dirk Kemper
– Konferenzleiter –