Geschichte der Germanistikkonferenz

Die in Russland seit 30 Jahren etablierte Germanistikkonferenz geht ursprünglich auf eine Initiative der „Bilateralen Germanistikkommission UdSSR/DDR“ zurück. Seit 1993 führt der DAAD diese Tradition fort und versammelt jährlich – zumeist Ende Mai – Germanisten aus allen Regionen Russlands zu einem Fachgespräch. Traditionell bilden Fragen der Sprachlehr- und Sprachlernforschung sowie Aspekte der Hochschul- und Bildungspolitik den fachlichen Mittelpunkt. Durch den ständigen Wechsel der Standorte bemüht sich der DAAD, möglichst viele Regionen Russlands mit der Konferenz zu erreichen. Von Anfang an wurden auch deutsche Fachwissenschaftler eingeladen, um den Austausch zwischen sog. Auslands- und Inlandsgermanistik zu befördern.

Einladung zur XXXVII. Germanistikkonferenz des DAAD vom 21. bis 22. Mai 2020 an der Staatlichen Universität Tjumen

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

wir freuen uns, Ihnen die XXXVII. Germanistikkonferenz des DAAD in Russland ankündigen zu dürfen, die vom 21. bis 22. Mai 2020 (Anreisetag 20., Abreisetag 23.) in Tjumen stattfinden wird. Das diesjährige Thema lautet:

Deutschsprachige Texte: Produktion, Erschließung, Performanz“.

Die digitale Medienrevolution hat unbestreitbar unseren Alltag verändert. Leicht übersehen wird dabei aber, dass es Texte bleiben, die zum Zwecke der Information, des Überzeugens, der Abwicklung von Arbeitsabläufen, der zwischenmenschlichen Kommunikation oder der ästhetischen Herausforderung eingesetzt werden. Der Textbegriff hat sich dabei verändert: Wurden traditionell die inhaltliche und formale Seite untersucht, steht nun als dritter Aspekt die performative Seite des Texts, seine Präsentation im weitesten Sinne, ebenfalls zur Untersuchung an.

Was philologische Wissenschaften wie die Germanistik vermitteln können, sind hermeneutische Kompetenzen, die die Prozesse von Produktion, formaler Gestaltung und performativer Präsentation erschließen. Für die Germanistik ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, sich immer wieder vor Augen zu führen, dass sie auch im Zeitalter der digitalen Revolution ganz zentrale Schlüsselkompetenzen vermittelt und als Teil der philologischen Wissenschaften unverzichtbar bleibt.

Das soll auf der Konferenz an Texten unterschiedlichster Art demonstriert und diskutiert werden.

Davon ausgehend lädt die DAAD-Konferenz 2020 zu einem Erfahrungsaustausch und zu Diskussionen mit dem Ziel ein, Zukunftsvisionen für die russische Germanistik und den studienbegleitenden Deutschunterricht sowie Möglichkeiten deutsch-russischer Wissenschaftskooperationen zu erörtern. Im Umfeld von Plenarvorträgen und Workshops wird das Konferenzthema in vier Sektionen bearbeitet:

  1. Literaturwissenschaftliche Aspekte des Themas,
  2. sprachwissenschaftliche Aspekte des Themas,
  3. Aspekte der Sprach- und Literaturdidaktik,
  4. translationswissenschaftliche Aspekte.

Für Ihre Bewerbung verwenden Sie bitte das Formblatt im Anhang.  Die Konferenzsprache ist Deutsch. Gewünscht sind keine Vorträge im traditionellen Sinne, sondern Impulsreferate, in denen Sie in 10 Minuten Ihre Position darstellen, die dann Anlass zur weiteren Diskussion bieten soll. Wir bitten Sie, von Power-Point-Präsentationen abzusehen und sich ganz auf einen Dialog einzustellen. Möchten Sie Ihren Kollegen ein Handout zur Verfügung stellen, so bringen Sie dieses bitte in ausreichender Zahl kopiert mit.

Ihre Bewerbungen senden Sie bitte bis einschließlich

12. Januar 2020

an folgende E-Mail-Adresse: daad-germanistik@mail.ru, versehen mit dem Betreff: Germanistikkonferenz 2020. Bitte verwenden Sie für die Bewerbung das beigefügte Formular, das Sie auch im Internet unter www.daad.ru, Stichwort „Germanistikkonferenz 2020“ finden. Vergessen Sie bitte nicht, Ihr Thema einer Sektion zuzuordnen.

Der DAAD kann die Kosten für Anreise und Unterkunft nur denjenigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern erstatten, die aufgrund ihres eingereichten und von uns ausgewählten Beitrags eine entsprechende Zusage erhalten haben.

In der Hoffnung auf ein persönliches Kennenlernen oder Wiedersehen in Tjumen grüßen Sie herzlichst

Dr. Andreas Hoeschen
– Leiter der Außenstelle Moskau –
Prof. Dr. Dirk Kemper
– Konferenzleiter –