Am 3. November 2017 fand die feierliche Eröffnung des DAAD-Lektorats an der Nord-Kaukasischen Föderalen Universität in Stavropol statt. Die Vertreterin der DAAD-Außenstelle in Moskau Esther Machhein dankte der Prorektorin für Studienangelegenheiten Irina Solov'eva für die Unterstützung und betonte in ihren Grußworten die langjährigen Bemühungen der Universität um die Einrichtung eines DAAD-Lektorats. Bereits 2012 hatte die Leiterin der Abteilung für internationale Projekte und Programme Ljudmila Alieva einen Antrag beim DAAD gestellt. Die stets sehr gute Zusammenarbeit mit der Nord-Kaukasischen Föderalen Universität wurde nun belohnt: Seit September 2017 unterrichtet Jana George als DAAD-Lektorin am Lehrstuhl für Theorie und Praxis des Übersetzens. Die Lehrstuhlleiterin Svetlana Serebrjakova drückte ihre Freude über die neue Kollegin aus und zeigte stolz den neu eingerichteten DAAD-Unterrichts- und Stipendienberatungsraum für Frau George.

Zur Verstärkung waren zwei weitere DAAD-Lektorinnen aus Moskau angereist. Gemeinsam mit Jana George bewiesen Iris Bäcker und Nancy Hadlich in den anschließenden Workshops für Dozenten, Studierende und Schüler, dass das Erlernen der deutschen Sprache spannend, abwechslungsreich und überraschend sein kann. Frau Bäcker lud charmant zu einem Spaziergang durch die deutsche Literaturlandschaft ab 1945 ein. Nach lakonischen, politischen und non-konformistischen Gedichten brachte Ernst Jandels experimentelles Stolpergedicht „Ottos Mops“ die TeilnehmerInnen besonders zum Schmunzeln. Frau Hadlich zeigte – medizinisch sachlich und humorvoll-verschmitzt – in ihren Veranstaltungen auf, welche Schwierigkeiten es beim Übersetzen medizinischer Urkundentexte gibt und wie man diese elegant lösen kann. Oder hätten Sie als deutscheR MutterspachlerIn gewusst, was Blutgruppe 1 (oder als russischeR MutterspracherlerIn, was Blutgruppe A) ist? Jana George stellte verschiedene Stipendienprogramme für Studierende vor, und die TeilnehmerInnen recherchierten in Gruppen, was es bei einer Bewerbung um ein Stipendium alles zu beachten gilt. Gute Sprachkenntnisse stellte bei den meisten Stipendien ein entscheidendes Kriterium dar; für die Studierenden eine wichtige Motivation, um ihr Deutsch­studium intensiv fortzusetzen und im Hinblick auf eine Stipendienbewerbung strategisch zu planen.

Im folgenden Workshop für Schüler standen spielerische Übungen zur Aussprache des Deutschen im Vordergrund. Die Schüler im Alter zwischen 12 und 17 Jahren stellten dabei unter Beweis, dass sich das frühe Lernen von Deutsch in der Schule lohnt: Ihre Aussprache verbesserte sich innerhalb einer Stunde so sehr, dass Frau George das Fragezeichen aus dem Titel der Veranstaltung „Deutsch ohne Akzent?“ sofort in ein Ausrufezeichen (!) verwandeln wollte.

Als Auftakt zu weiteren Workshops und Projekten rund um die deutsche Sprache und das Studium in Deutschland setzte die Eröffnung des DAAD-Lektorats an der Nord-Kaukasischen Föderalen Universtität ein weithin sichtbares Zeichen: Hier wird Deutsch gelernt – mit Niveau und Spaß!